Was Kinder brauchen

Kinder brauchen keine Nintendo- Spiele, keine Berge von Logosteine, keine teueren Barbie- Pupen und kein Geld. Kinder brauchen Menschen, die etwas mit ihnen zusammen machen. Kinder brauchen Väter, der sie bei Fehlschlägen auch mal in den Arm nehmen und zum nächsten anlaufe ermuntern, Müttern die ihnen Selbstständigkeit zutrauen, Erzieherinen und Lehrerinnen, die ihnen Rede und Antwort stehen und Nachbarn, die einschreiten, wenn ein kleines Kind verhauen wird.

Wenn man etwas zusammen macht, wächst das Gefühl zusammenzugehören. es gibt viele Möglichkeit, Kinder einzubeziehen. Sie brauchen aufgaben an denen sie sich mit Lust und Anstrengung versuchen können. An einem zurverlässigen Gegenüber kann ein Kind seine Fähigkeiten erproben und seine Grenze erkennen und Halt finden.

Schenken Sie ihren Kind volle Aufmerksamkeit- und wenn es nur zeh Minuten sind. Das ist besser als eine halbherzig geopferte Stunde, die niemanden zufrieden stellt.

So schwer es auch fällt, es so zuhausen: Gewalt ist immer auch ein Alarmsignal, ein Schrei nach Zu- Wendung. Wer zuschlägt oder unter Druck setzt, will wahrgenommen werden. Dahinter steckt oft die verzweifelte Suche nach einem festen Halt und zuvärlassigen Grenzen.

Auch ohne viel über diese Kinder zu wissen, ist anzunehmen, dass sie bestimmte Erfahrungen, die jeder Mensch zum Gedeihen braucht, nicht machen duften: Etwas zu können und etwas wert zu sein

Warum gewinnen Kinder meist beim Memory -Spiele

Bexşi Günay

bexsi_guenay@hotmail.com

Ich jedenfalls habe gegen eine 6-Jährigen kaum eine Chance. Hochkonzentriert versuche ich“steng logisch“ vorzugehen; erste Karte rechts unten „apfel“, zweite Karte rechts unten“Ente“,. Ichmerke mir di Reihe; „Apfel“, Ente“, usw. Kinder hingegen greifen wahllos hinein und decken-scheinbar ganz unsystematisch – die Karten auf. Wer aber hat am Ende die meisten Paare? Wir alle kennen die Antwort.

Bildhaftes Denken

Bevor Kinder Sprache erlernen und strukturieret wahrnehmen, nehmen sie ihre Umwelt mit allen Sinnen „ganzheitlich“ war.

Dabei denken sie bevorzugt in Bildern und bildhaften Eindrucken. Diese Art zu denken, ist Kindern noch weitaus vertrauter als uns Erwachsenen. Wir versuchen „logisch“ an eine Sache heranzugehen, Schritt für Schritt, in einer bestimmten Reihenfolge.. Kinder hingegen sehen und erfassen – wie beim Memory - Spiele das große, ganz Bild.

Rechte und linke Gehirnhälfte

Das den Kindern so vertraute bildhafte Denken wird der rechten Gehirnhälfte zugeordnet. Dieser Teil unseres Gehirns ist auch für das kreative, für das emotionale und das intuitive Denken zuständig. Die linke Gehirnhälfte dagegen ist für das denken in Reihenfolgen, in Details und für das logisch abstrakte Denken zuständig. Unser Gehirn verfügt also über verschiedene Möglichkeiten, Informationen abzuspeichern und zu verarbeiten.

Wo benötigen wir die unterschiedlichen Verarbeitungsweisen unseres Gehirns nun beim Lernen? Nehmen wir zwei Beispiele:

1. der Leseprozess. Lesen beruht auf dem sinnvollen Zusammensetzen von Buchstaben in einer bestimmten Reihenfolge. Dabei gilt es zu bedenken, dass Buchstaben für sich gesehen noch keine Bilder darstellen, sondern erst mal nur Symbole sind. Erst die Kombination aus z.B. B-A-U-M lässt ein Wort-Bild in unserem Kopf entstehen. Das bedeutet: Zum lesen benötigen wir zuerst einmal die linke Gehirnhälfte. Aber hinzukommen muss auch die passende Lautierung, dann der Sprachrhythmus und dazu ein bestimmter emotionaler Ausdruck in unserer Stimme. Hierzu benötigen wir die rechte Gehirnhälfte.

2. Textaufgaben. In einer Mathematikaufgabe wird eine Situation vorgegeben, die man sich bildhaft vorstellen kann (rechte Gehirnhälfte) . Nun jedoch sollen die Kinder dieses Bild „zerlegen“, es in eine Mathematisch – logische Reihenfolge bringen: Sie sollen dazu zunächst die Frage herausfiltern, dann die Rechnung richtig durchführen und schließlich noch eine passende Antwort finden. Dazu benötigen sie die linke, die analytische Gehirnhälfte. Um effektiv lernen zu können ist es also unerlässlich, auf beide Gehirnhälften zugreifen zu können. Je einfacher dabei der Wechsel zwischen den Gehirnhälften stattfindet, desto leichter und entspannter können wir lernen. Das Wissen um diese zusammenhänge ist für Lernsituationen von großer Bedeutung. In diesem Zusammenhang ist es ebenso wichtig zu wissen, dass unsere Sprache aus „bildhaften“ und „bildlosen“ Wörtern besteht. Das Problem; Bildlose Wörter werden häufig nicht bewusst wahrgenommen.

Wörter, zu denen wir kein eindeutiges Bild haben, können in der Rechtschreibung Schwierigkeiten bearbeiten.

Ein text von Lehrer (in) Zozan hat viele Fehler in Diktat. Aber nicht die schweren Lernwörter waren fehlerhaft, sondern die Wörter; die sie schon häufig geschrieben hatte: fast ausschließlich sind es bildlose Wörter, wie „sehr“ („ser“), „hatte“, („hate“) und „hier“ („hir“).

Kinder, die Handlungsabläufe nicht abstrakt erklären könne, weil ihnen die Begriffe fehlen, müssen andere Wege wählen. Sie versuchen dann, „handelnd“ zu erklären und vermeiden so u. U. sprachliche Erklärungen: „was habt ihr heute in Deutsch gemacht ?“Die beiden Jungen reagieren unterschiedlich. Agit: “Wir haben ein Gedicht durchgenommen und dazu ein Arbeitsblatt gemacht, auf dem wir die schweren Wörter in Silben trennen mussten. Serhad: hingegen greift spontan zum Tornister und sagt: “Warte, ich zeig es dir! Irgendwas mit so einem Mann, der tot war und mit'nem Birnbaum.“...

In der Schule wird vorrangig das logisch abstrakt Denken gefordert und gefördert. Vorteilhaft wäre jedoch, das bildhafte Denken stärker einzubeziehen, denn das heißt, die Kapazitäten des gesamten Gehirns sehr viel besser zu nutzen. Insbesondere Kinder mit Lernschwierigkeiten finden über die bildhafte Seite deutlich leichter Zugang zu den Lerninhalten.

Tipp 1: Bildhaftes Denken berücksichtigen

Wo sieht man zum Beispiel das „1x1-prinzip“ perfekt aufgebaut? Beim Discounter um die Ecke: Apfelsaftpakungen stehen dort im Karton 6x2, Joghurtbecher 3x4, Handtücher 5x2... Nutzen Sie Ihren Einkauf, um Ihrem Kind derartige Dinge anschau-lich und sicht-bar zu machen.

Tipp 2: Eselsbrücken nutzen

Die besten Eselsbrücken bauen die Kinder sich selbst. Das braucht etwas Übung. Wir kennen das Beispiel für die Himmelsrichtungen: „N (icht) O (hne) S (eife) W (aschen)!“. Wo aber geht die Sonne auf?

Ganz einfach: Vervollständigen Sie das „O“ im Osten zu einer Strahlenden Sonne und schon behält jedes Kind: „Im Osten geht die Sonne auf!“

Tipp 3: Achten Sie auf bildlose Wörter und abstrakte Begriffe

Holen Sie die bildlosen Wörter ins Bewusstsein, indem Sie Beispielsätze dazu bilden. Beispiel: Ein Satz mit „ob“. „Ob es regnet oder schneit, ist mir ganz egal!“ Wiederholen Sie z.B. auch die bildlosen Wörter in der Kurdischer Sprache häufig (ma,“ ma min tijêye“ ma nehatîye“ ma go çi“)

Tipp 4: Das mündliche Erklärung trainieren

Lassen Sie Ihr Kind laut erklären. Auf diese Weise gelangen neue Begriffe in den aktiv verfügbaren Wortschatz. Wenn es etwa um Bruchrechnen geht, gehört der sichere Umgang mit den entsprechenden Begriffen unverzichtbar dazu (Nenner, Zähler, gemischte Zahl, erweitern, kürzen, gleichnamig machen usw.). Vorteil: durch lautes, erklärendes Sprachen werden die Begriffe erheblich leichter abgespeichert.

Tipp 5: Konstruktive Fragen stellen

Ermahnende Sätze, wie „Nun konzentrier dich mal!“ „Guck doch mal genau hin!“ sind nur wenig hilfreich. Stellen Sie besser Konstruktive Fragen: „Kannst du mir einmal erklären, was du bei dieser Aufgabe tun sollst?“ „ Gibt es vielleicht Wörter, die du nicht verstehst?“ usw.

Sicher lässt sich nicht alles schulische Wissen mit Bildern verbinden. Wenn Sie es aber immer wieder ausprobieren, wird es Ihnen und Ihrem Kind zunehmend leichter fallen, bildhafte Verbindungen herzustellen. Eines ist jedenfalls sicher; es macht durchaus Spaß und erleichtert das Lernen.